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Freiwillige Feuerwehr Wendtorf 

Bevor die freiwillige Feuerwehr 1934 ins Leben gerufen wurde, gab es die Pflichtfeuerwehr. Die Geschichte dieser Wendtorfer Feuerwehr beginnt mit dem Jahr 1890, aus dem sich das älteste Schriftstück erhalten hat. Es stammt aus den Protokollbüchern der Gemeinde und ist mit dem 14. Mai jenes Jahres datiert. Ein Spritzenhaus mit Löschgeräten soll angeschafft werden, und um die Bezahlung zu regeln, wird eine Gemeindeversammlung einberufen. Von den fünf Wendtorfer Hufnern erscheinen nur zwei, außerdem sind drei Kätner und ein Hausbesitzer anwesend. Mit sechs Personen ist die Zusammenkunft nicht mehr beschlussfähig. Eine weitere Versammlung drei Tage später verabschiedet die Entscheidung, die Gemeinde für die geplante Anschaffung mit 1.000,-- Mark zu verschulden. Das kleine Spritzenhaus wurde 1891 gebaut. Der Begriff Pflichtfeuerwehr bedeutet, dass jeder männliche Einwohner zwischen 18 und 65 Jahren von Amts wegen verpflichtet war, der Feuerwehr beizutreten. Einmal im Jahr wurde eine Übung durchgeführt. Das erste Gerät war eine Handdruckspritze, die mit zwei Pferden gefahren und von acht Mann betrieben wurde. Sie leistete zunächst 200 Liter pro Minute, dann ließ die Leistung naturgegebener maßen durch den Kräfteverbrauch nach. Auf jeder Seite standen vier Mann und mussten  pumpen. Sie wurden alle 15 Minuten abgelöst. Die Leitung der Pflichtfeuerwehr bestand aus einem Brandmeister, einem Strahlrohrführer, einem Steigerführer mit sechs Steigern und einem Spritzenmeister mit Stellvertreter. Für das letztgenannte Amt waren lange Zeit die beiden Schuster Moltzen und Röhlk zuständig. Der letzte Brandmeister hieß Hermann Döring. Seine Vorgänger waren der Maurer Heinrich Lage, der auch einmal Bürgermeister war, sowie Wilhelm Dohm und Christian Schröder. Der letzte Amtswehrführer für Lutterbek, Brodersdorf, Stein und Wendtorf war der Wendtorfer Edmund Untiedt. Damals musste jeder Kätner eine Feuerpatsche, einen Einreißhaken, einen Dachstuhl und einen Eimer bereithalten. Die Bauern mussten drei Dachstühle und drei Eimer besitzen, außerdem eine Anstelleiter und eine Fangleine. Diese Verordnung bestand noch bis zum Zweiten Weltkrieg. Bis zum Ersten Weltkrieg benutzte man Ledereimer, um das aus dem Teich geschöpfte Wasser ins Feuer zu schütten. In der Gemeine Wendtorf sind alle Gerätschaften teilweise heute noch erhalten.  

Die freiwillige Feuerwehr wurde 1934 mit 23 Mitgliedern gegründet. Der Wehrführer Hermann Däring wurde von der Pflichtfeuerwehr übernommen, doch noch in selben Jahr legte er seinen Posten nieder. Herbert Wiese übernahm das Amt und hatte es bis 1960 inne, als er Amtswehrführer des Bezirks Amt Probstei-West wurde. In dem Jahrzehnt von 1939 bis 1949, während der Soldatenzeit und Gefangenschaft hat Ernst Dieckmann ihn kommissarisch vertreten. 


Weitere Wehrführer und Stellvertreter: 

                1960 - 1980                     WF: Karl Bremer                                     Stellv.WF: Hermann Wiese

                1980 - 1998                     WF: Hermann Wiese                                Stellv.WF: Ernst Evers

                1998 - 2007                     WF: Jürgen Bandowski                            Stellv.WF: Dieter Röhlk

                2007 - 2013                     WF: Dieter Röhlk                                    Stellv.WF: Marco Evers

                2013 - ????                      WF: Marco Evers                                    Stellv.WF: Martin Grünberg

 Die Technisierung der Wehr:

Die alte, von der Pflichtfeuerwehr übernommene Handdruckspritze blieb ganze 51 Jahre in Betrieb, bis 1942 der TSA (Tragkraftspritzenanhänger), der hinter einen von zwei Pferden gezogenen Wagen gehängt wurde, angeschafft werden konnte. Dessen TS (Tragkraftspritze),    Marke Magirus, die von einem DKW-Motor angetrieben wurde, besaß eine Leistung von 400 Litern pro Minute. Sie wurde 1952 gegen eine TS 8/8 (800 Liter Leistung pro Minute und acht Bar Druck) Magirus Ilomotor ausgetauscht. Die alte Spritze war sehr unzuverlässig. Dem Maschinist Willi Groth gelang es als einzigem, sie in Betrieb zu nehmen. Die Zündkerzen mussten erst in der Hosentasche angewärmt werden. Die zweite Spritze wurde zunächst noch mit Pferden, später mit einem Trecker gezogen. Die Vollmotorisierung für die Feuerwehr kam 1966 mit einem Vorauslöschfahrzeug vom Bund, ausgerüstet mit drei Atemschutzgeräten. Eine Staffelstärke (6 Mann) konnte befördert werden. 1968 bekam die Gemeinde im Austausch ein bundeseigene Löschfahrzeug mit hinten eingeschobener Tragkraftspritze von 800 Liter in der Minute und eingebauter Pumpe mit 2400 Liter/Minute. Dazu kamen erst 3, später 4 Atemschutzgeräte. Das Fahrzeug war für eine Löschgruppe ausgelegt. Es wurde 1985 ausgesondert. Im gleichen Jahr erhielt die Feuerwehr im Austausch ein LF16 TS durch den Landrat und dem Kreisbrandmeister. Dieses sehr leistungsstarke Fahrzeug ist bestückt mit einer Tragkraftspritze von1600 Litern Leistung/Minute.

1973 erwarb Wendtorf, bedingt durch den Bau der Marina, ein gemeindeeigenes Löschfahrzeug LF 8, mit einer Vorbaupumpe von 800 Litern/Minute und mit vier Atemschutzgeräten. Dieses Fahrzeug ermöglichte zum ersten mal die Brandbekämpfung mit Löschschaum.

1982 übergab die Landesregierung der Gemeinde Wendtorf in Kiel ein Motorboot und einen Container mit Gerät zur küstennahen Ölbekämpfung. Es ist allerdings nur für kleinere Einsätze geeignet. 1986 wurde diese Ausrüstung durch eine Lafette (Untergestell auf Räder) für den Container ergänzt.

1995 wurde das LF 8 durch das LF 8/6 ersetzt. Das Fahrzeug besitzt einen Wassertank mit 600 ltr. Inhalt, 4 Atemschutzgeräten, Löschschaum, Motorsäge und einem Notstromaggregat.

Im Jahr 2001 wurde ein gebrauchter VW-Bus von der Gemeinde erworben. Der Bus wurde von einigen Kameraden aufgearbeitet und dient als Mannschaftstransportwagen (MTW) für die Jugendwehr und als Einsatzleitfahrzeug.

  

Die Gerätehäuser

Von 1891 bis 1968 nutzte die Feuerwehr das alte "Sprüttenschuer" in der Dorfstraße, welches danach zur Garage umfunktioniert wurde, heute aber noch vorhanden ist. 1968 wurde das Gerätehaus in der Schulstraße, mit zwei Stellplätzen errichtet, 1987 und 1988 wurden Erweiterungsbauten notwendig. Hier wurden ein Schulungsraum, Toiletten, Werkstatt, Kleiderkammer und ein Stellplatz für das Ölboot geschaffen. Das Richtfest wurde am 03.10.1987, die Einweihung mit der Schlüsselübergabe durch den Bürgermeister am 22.07.1988 in der Pergola im Kurpark gefeiert.

 
Großbrände in der Gemeinde

Die Kriegsschäden forderten den ersten Einsatz der FF Wendtorf. Einige Wehren der Umgebung eilten zu Hilfe. In der Nacht vom 03. auf den 04. April 1943, kurz vor Mitternacht gerieten durch Bomben mehrere Häuser in Brand, das Wirtschaftsgebäude von Erich Untiedt mit dem Kuhstall, die Wohnhäuser von Johannes Arp und Johannes Lamp. In der Schule schlug eine Bombe ins Klavier ein, glücklicherweise kam es nicht zu einem Brand.

Am 27.07.1960 brannte das alte Probsteier Bauernhaus des Hofes Untiedt/Wiese mit Wohn- und Wirtschaftsräumen restlos nieder. Als Brandursache ist eindeutig Brandstiftung festgestellt worden, der Täter wurde jedoch nicht ermittelt.

Am 28.06.1997 brannte die Pergola im Kurpark innerhalb weniger Minuten nieder. Einsatzkräfte aus Stein, Lutterbek, Brodersdorf, Barsbek und Wendtorf konnten nichts mehr retten.

Am 20.07.1997 um 23.15 Uhr stand die Ladenzeile mit der Rezeption der Marina Wendtorf in Flammen. Bei diesem Großfeuer waren 10 Wehren des Amtes Probstei im Einsatz. Bei der Brandbekämpfung gab es erhebliche Schwierigkeiten auf Grund der Bauweise des Gebäudes.

Mit einem Bagger musste die Decke eingerissen werden, um an den Brandherd zu gelangen.

 

 

 

Leistungsbewertungen

25.06.1983                 Bronzebeil
 

06.10.2001                 Silberbeil

28.06.2003                 Wiederholung Silberbeil
 

25.06.2005                 Goldbeil

09.07.2007                 Roter Hahn, Stufe 1

11.10.2008                 Roter Hahn, Stufe 2

 
Jugendfeuerwehr

Am 16.05.1999 wurde in Anwesenheit des Kreisbrandmeisters Hans-Peter Kröger die Jugendfeuerwehr mit insgesamt 26 Mitgliedern gegründet. Jugendwart wurde Michael Röhlk,

Vertreter Christian Ehrhardt, Betreuerin bzw. Betreuer Alexandra Zakrotzky und Martin Grünberg.

Neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung stehen auch Spielabende und sonstige Aktivitäten auf dem Programm. Alle zwei Jahre wird ein Zeltlager auf Amtsebene veranstaltet, an dem die Jugendwehr teilnimmt. Bisher konnten sechs Mitglieder der Jugendwehr in die aktive Wehr übernommen werden.

 Zur Zeit hat die Jugendwehr eine Stärke von 13 Jungen und Mädchen.

 

Wehrvorstand

Gemeindewehrführer                                   Hauptbrandmeister Marco Evers

Stellvertr. Gemeindewehrführer                  Oberlöschmeister Martin Grünberg

Gruppenführer                                              Oberlöschmeister Jörn Kenklies

Gerätewart                                                   Hauptfeuerwehrmann Ralf Huhn

Kassenwart                                                  Löschmeister Wolfgang Röhlk

Schriftführer                                                Oberlöschmeister Martin Grünberg

Jugendwart                                                  Hauptfeuerwehrmann Christian Ehrhardt

 

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